Christkindlmarkt vs. Weihnachtsmarkt

DIE STORY VOM WEIHNACHTSMARKT

Es gibt zu dieser Jahreszeit sehr wenige Gründe das Haus zu verlassen, viel zu kalt und zu ungemütlich ist es draußen. Für mich gibt es eigentlich nur zwei triftige Gründe, Skifahren und Weihnachtsmärkte. Ersteres wird mir in Berlin nicht gelingen, bleiben also noch die Weihnachtsmärkte und für die schmeiße ich mich liebend gerne in die kuscheligste Jacke, den dicksten Schal und in die wärmsten Schuhe. Eingepackt bis unter die Nase geht es dann mit den Freundinnen zu den schönsten Weihnachtsmärkten der Stadt.

WEIHNACHTS ZAUBER

Aber was macht den Zauber des Weihnachtsmarktes aus? Für mich wird es immer eine Kindheitserinnerung bleiben, ein Ort, an dem die Welt kurz stillsteht, obwohl die meisten Märkte alles andere als entspannt ablaufen. Wir drängeln uns von Büdchen zu Büdchen, trinken hier einen Glühwein, essen dort eine Bratwurst, finden hier und da noch das ein oder andere Geschenk für die Familie und haben die meiste Zeit kalte Füße. Und trotzdem macht es glücklich, das wuselige Treiben, die dampfenden Töpfe, der Duft von gebrannten Mandeln in der Nase und die wunderschön geschmückten Bäume und Stände. Der Glühwein schmeckt hier natürlich am besten und an keinem anderen Ort der Welt hört man so gerne “oh du Fröhliche”, denn irgendwie sind ja auch alle besonders fröhlich.

SEIT 1296

Der Wiener Christkindlmarkt, der im Jahre 1296 seine Pforten unter dem Namen “Dezember Messe” öffnete, war der erste Weihnachtsmarkt der urkundlich belegt werden konnte. In Deutschland gab es auch im 13. Jahrhundert vorweihnachtliche Verkaufsmessen, hier deckten sich die Besucher mit Waren für den Winter und schlechtere Zeiten ein. Denn neben Speisen und Getränken gibt es noch vieles mehr auf den Märkten, so findet man neben Handwerkskunst und Lebkuchen auch tolle Geschenke und entzückende Kleinigkeiten, die nicht selten nach Weihnachten nie wieder angerührt werden. Weihnachtsmärkte wurden in der Adventszeit zum Treffpunkt für Menschen. Hier versammelten sich ganze Gemeinden, um sich zusammen auf Weihnachten zu freuen und vorzubereiten und diese Tradition hat bis heute angehalten. Erstmals im Jahre 1384 erwähnt, ist der Weihnachtsmarkt in Bautzen und gilt somit wohl als der älteste Weihnachtsmarkt Deutschlands.

Erst im 17. Jahrhunderten folgten dann die traditionellen Weihnachtsmärkte, ganz ähnlich wie wir sie kennen. Ursprünglich wurden die Weihnachtsmärkte stets in der Nähe von Kirchen aufgebaut, das lag jedoch auch daran, dass sich die katholische Kirche dadurch mehr Besucher versprach. Und auch heute werden Weihnachtsmärkte an historischen Plätzen aufgebaut, wie an alten Kirchen, Schlössern oder auch auf Marktplätzen.

NÜRNBERGER & STRIEZELMARKT

Einige der vielen Weihnachtsmärkte und Christkindlmärkte versuchen ihr traditionelles Konzept bis heute zu erhalten. Und das ist auch gut so, denn viele “Weihnachtsmärkte” erinnern mittlerweile doch eher an einen Rummelplatz und Shoppingmeile als an besinnliche Weihnachten. Zu den ältesten Weihnachtsmärkten gehört der Striezelmarkt in Dresden und, na klar, wer hätte es gedacht, natürlich auch der Christkindlesmarkt in Nürnberg. Der ist nicht nur weltbekannt, rund zwei Millionen Menschen besuchen jedes Jahr den Nürnberger Weihnachtsmarkt, sondern er ist auch Vorreiter der Christkindlmärkte. Beide der Märkte bieten vor allem traditionelle Handwerkskunst, wunderschöne Weihnachtsbäume eine Vielzahl an weihnachtlichen Events, die imposanten Krippen und regionalen Spezialitäten an.

CHRISTKINDELMARKT VS. WEIHNACHTSMARKT

Wann spricht man von Weihnachtsmarkt und wann vom Christkindlmarkt? An diesem Punkt scheiden sich die Geister, denn im Kern sind auch die Christkindlmärkte Weihnachtsmärkte, der eine schöner der andere weniger schön, aber ausschlaggebend: beide dürfen nicht vor dem 1. Advent öffnen und müssen auch am 24.12 traditionell schließen. Die Bayern würden jetzt sicher laut protestieren und ganz sicher lässt sich über Geschmack bei Weihnachts,- äh Christkindlmärkten streiten, denn sind wir mal ehrlich, an Weihnachten wollen wir nicht in der wilden Maus zwischen blinkenden Neonröhren sitzen, sondern besinnlich an unserer heißen Schokolade mit Schuss nippen und Weihnachtsliedern lauschen. Das ist jedenfalls meine Vorstellung von gemütlichen Weihnachtsmärkten. Einzig der sogenannte Wintermarkt, der oft eben erwähnte wilde Maus anbietet, darf schon vor dem 1. Advent seine Pforten öffnen und auch über Weihnachten hinaus noch geöffnet sei.

DAMALS WIE HEUTE

Und mal Hand aufs Herz, unterm Strich geht es doch vor allem um das gemeinsame Zusammensein, dem neuen Jahr entgegenfiebern und dabei eine heiße Tasse Glühwein in der Hand zu halten. Wohin es einen dafür verschlägt ist nebensächlich, Hauptsache wir schaffen es einigermaßen friedlich und entspannt durch die, doch manchmal recht hektische Vorweihnachtszeit zu kommen. In diesem Sinne, ich mach mich jetzt los auf meinen liebsten Weihnachtsmarkt hier in Berlin, zum Gendarmenmarkt!

Kling Glöckchen klingelingeling …


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